Faktoren - Weißfärbung bei Bienengarnelen
"Meine Crystal Red verlieren die Farbe", "Warum sind meine Garnelen nicht mehr so weiß?", "Hilfe, meine Garnelen verlieren das Weiß": Die Frage, was man gegen einen Farbverlust bei Bienengarnelen machen kann bzw. wie man seine Tiere strahlend weiß bekommt ist ja in diversen Foren oft gestellt und es gibt Unmengen darüber zu lesen. Nach einigen Lese-Nächten zum Thema Weißfärbung habe ich hier mal die scheinbar wichtigsten Faktoren für ein schönes Weiß zusammengefasst.
Am wichtigsten ist natürlich schon mal ein guter, stabiler Stamm. Wenn das Weiß im ganzen Zuchtstamm schon mangelhaft ist, dann wird man auch mit sämtlichen Wundermitteln nicht vielmehr heraus holen.
Aber auch Tiere aus einem perfekten Stamm können das optimale Weiß nur zeigen, die Bedingungen stimmen. Hier die wichtigsten Faktoren und ein paar Fakten zur Färbung:
- Wassertemperatur: Optimal für die Weißfärbung ist eine Temperatur von ca. 23°C. Ab 26° nimmt die Färbung rapide ab, wobei diese Temperatur ohnehin zu hoch für die Vermehrung und Haltung der Bienengarnelen ist.
- Beckenhygiene/ Keimdichte: Nur gesunde Tiere zeigen ihre volle Farbenpracht. Wenn die Wasserqualität nicht stimmt und die Keimdichte im Becken zu hoch ist wird das Immunsystem der Tiere geschwächt und die Tiere haben natürlich erhöhten Stress. Dies Wirkt sich natürlich äußerst negativ auf die Färbung aus.
Wichtig für eine gute Beckenhygiene sind regelmäßige Wasserwechsel und sauberer Bodengrund. Etwas Mulm ist gut, aber zuviel ist schädlich -> darum sollte der Bodengrund regelmäßig gereinigt werden.
- Licht: Hier gibt es generell zwei zu berücksichtigende Faktoren: sichtbares und unsichtbares Licht. Lichtfarben um 10000K verbessern das Weiß für unsere Augen. Um das Weiß zu intensivieren benötigen die Tiere auch Licht mit unsichtbarer UV-B Strahlung. Das "optimale Licht" wäre also eine Kombination aus einer Aquaristik-Röhre mit 9.000 bis 12.000K und einer Tageslichtröhre mit UV-A und UV-B Anteil)
- Futter: Pflanzliches Futter ist wichtig für die Farbenpracht. Futter mit tierischen Anteilen beschleunigt das Wachstum, hat aber nahezu keinen positiven Einfluss auf die Farben
- pH: Optimal hat sich hier ein PH zwischen 6.5 und 6.8 gezeigt. PH Werte unter 6,5 können die Farben deutlich verschlechtern
- gH: Die GH sollte im Bereich zwischen 6 und 8 liegen, damit den Tiere genügend Mineralien (Calcium, Magnesium,..) für den Aufbau der Farbpigmente zur Verfügung stehen
- Spurenelemente: Die Tiere müssen ausreichend mit Spurenelementen (vor allem Jod und Kalium) versorgt werden. Wenn das Becken mit Leitungswasser läuft stellt das im Regelfall kein Problem dar. Auch bei einer Fütterung mit pflanzlichem Futter werden die Tiere zusätzlich mit genug Spurenelementen und Vitaminen versorgt. Bei reinem Osmosewasser sollten auf jeden Fall zusätzlich Mineralstoffe zugeführt werden.
- Wasserwechsel: So selten wie nötig und vorallem wenig wechseln, aber auch regelmäßig (max. 10% pro Wasserwechsel / mind. 20% pro Woche)
- Filterung: Es muss sehr gut gefiltert werden, am besten über eine Bodenfilter / Außenfilter-Kombination, um den Schadstoffgehalt und die Keimdichte zu minimieren.
- Beckengröße: Das Becken sollte vom Volumen her sehr großzügig gewählt sein. Das hat weniger mit dem Platz zu tun, als mit der Wasserqualität. Je mehr Volumen desto leichter lässt sich die Wasserqualität stabil halten.
- Selektion: Je nach Qualität des Stammes sind beim Nachwuchs mehr oder weniger schlecht gefärbte Tiere dabei. Um die Farben zu erhalten ist hier natürlich eine Selektion nach Färbung nötig und für mich persönlich deutlich wichtiger als eine reine Selektion nach Grade / Zeichnung.
- Alter: Je älter eine Garnele, desto schlechter wird im Normalfall die Färbung. Aber natürlich ist das auch von Stamm zu Stamm unterschiedlich, wie stark die Färbung mit steigendem Alter nachlässt.
Und was meiner Meinung nach auch sehr wichtig ist: KEIN STRESS!!!
Erstens kein Stress für die Tiere, da diese die Fähigkeit haben unter Stress die Pigmentzellen zusammen zu ziehen. Das führt dann zu einem fleckiger und durchscheinender Färbung bei Tieren die gestresst sind, aber auch wenn sie mit Wasserparameter "unzufrieden" sind. Dazu schwächt Stress das Immunsystem der Tiere und macht diese anfälliger für Krankheiten.
Und zweitens kein Stress mit euch selbst!! Zu viele Garnelenhalter erwarten, dass die eben gekauften Tiere nach wenigen Stunden Eingewöhnung sofort hell strahlend durch das Becken wandern. Oder dass nach Zugabe von Wundermitteln und Umstellung der Wasserparameter sofort ein Ergebniss zu sehen sein muss. Dem ist aber nicht so! Gebt den Garnelen ruhig ein paar Wochen um sich an die neue Umgebung und die Werte zu gewöhnen. Das Selbe gilt auch für die Vermehrung...
Alles, was zu besitzen sich lohnt, lohnt auch, daß man darauf wartet
Schöne Grüße,
Markus


Kommentare
Natürlich halte ich euch auf dem laufenden!
LG Markus
Hallo Imke,
Danke und es freut mich von dir zu lesen ;)
Ich werde am Wochenende den Bericht auch nochmal etwas mit den derzeitigen Ergebnissen meiner Beleuchtungstets ergänzen, wenn es sich zeitlich ausgeht!