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Vor einiger Zeit haben wir Euch ja eine Zusammenstellung der farbbeinflussenden Faktoren bei Garnelen vorgestellt. Bei den Recherchearbeit dazu bin ich auf einige Hinweise gestossen, dass UV Licht die Calciumaufnahme bei Wirbellosen positiv beeinflusst.
Die meisten Artikel dazu handelten zwar von am Land lebenden Krustentieren und Reptilien, aber es gibt wohl auch einige Garnelenhalter, die Licht mit UV-Anteil für die Beleuchtung benutzen. Also musste ja was wahres dran sein...
Für meine Versuche habe ich 2 meiner 54l Becken, in denen2 Red Bee Stämme leben, auf UV Beleuchtung umgestellt. Die Ursprüngliche Beleuchtung war ein 1,2m Leuchtbalken mit 2 Sylvania Aquastar T8 mit je 36W. Umgestellt habe ich vor knapp 2 Monaten auf eine Sera Blue Sky Royal und eine Sera Terra UV Special (Vollspektrum-Tageslicht mit 30 % UV-A und 4 % UV-B).
Die neue Beleuchtung machte schon im ersten Augenblick einen sehr guten Eindruck. Durch die Blue Sky Röhre mit 12000 Kelvin wirkt das Becken sehr hell und alle Farben kommen exzellent zur Geltung.
Meine Befürchtung war allerdings, dass durch den hohen UV-Anteil das Algenwachstum stark zunimmt. Komischerweise ist das nicht eingetreten - mehr das Gegenteil. Habe die Scheiben seit 2 Monaten nicht gereinigt und sie sind sauber wie am ersten Tag. Lediglich der Bodengrund hat einen leichten grünen Schimmer bekommen, der absolut nicht stört und eine gute Nahrungsquelle für Jungtiere darstellt.
Eine Vermehrungspause, die die Tiere kurz nach dem Wechseln der Beleuchtung einlegten kann ich nicht zu 100% auf die neue Beleuchtung schieben. Allerdings hat sich das auch wieder gelegt und seit einigen Tagen trägt nahezu jedes Weibchen Eier.
Und nun das, was euch wohl am meisten interessiert: Verbessert die Beleuchtung das Weiß?
Dazu gibt es folgende Antwort: Jein ;)
Durch die hohe Farbtemperatur der beiden Lampen kommen sowohl das Rot als auch das Weiß sehr gut zur Geltung. Und mir kommt auch vor, als hätten einige Tiere, welche vorher ein paar schlecht deckende Stellen hatten, etwas mehr an Deckkraft zugelegt.
Da die Tiere auch vorher schon sehr gut gefärbt waren kann ich leider schlecht sagen, ob man hier noch viel herausholen kann. Dennoch denke ich, dass die Weißfärbung zumindest ein wenig positiv beeinflusst wird. Wenn der Zuchtstamm schon generell eine mangelhafte Färbung besitzt, ist auch die UV Beleuchtung wohl kein Wundermittel um strahlendes Weiß zu erhalten. Nichts desto trotz ist diese Methode wohl ein guter Ansatz um dem oft berichteten Farbverlust von Garnelen bzw. dem "verwaschen" der Farben entgegen zu wirken.
Fazit:
Ich werde die Beleuchtung auf jeden Fall weiterhin so belassen: tolle Farben, gute Vermehrung, keine Tiere mit Häutungsproblemen, keine Algen und gutes Pflanzenwachstum.
Zu empfehlen ist die Beleuchtung auf jeden Fall für Alle, deren Tiere Häutungsprobleme haben oder deren Garnelen beginnen an Farben zu verlieren!
Schöne Grüße
euer besshrimp.at Team


Kommentare
Grüße
Bernhard
Calcium 63 mg/100g
Magnesium 38 mg/100g
100g Garnelen wurden nach Ca und Mg untersucht.
Zum Nachdenken:
Magnesium dämmt die Kontraktion von Muskelzellen....wie bekannt ist sind auch die Pikmentzellen extrem ausbreit,- und zusammenziehbar...
Also du hast sicher auch eine Begründung dafür warums ein Märchen sein soll?
Ich Denke, die spezielle Physiologie von Süßwassergarnelen ist hier noch zu wenig genau erforscht bzw. dokumentiert um hier wirklich was definitives sagen zu können.
Meine Überlegungen zur Wirkung von UV-B Licht auf die Pigmentierung und das Wohlbefinden beruhen unter anderem auf Folgendem.
In Anbetracht der Tatsache, dass sich weder Zellphysiologie noch biochemische Prozesse von denen in Zellen anderer Lebewesen unterscheiden gibt nenne ich mal kurz einige Fakten, die Wohl für mein sogenanntes "Märchen" sprechen:
Garnelen enthalten einiges an Vitamin D -> Somit kann man davon ausgehen, dass sie auch für ihren Stoffwechsel benötigen. Vitamin D (in diesem Fall genauer gesagt D3 - Cholecalciferol) ist einer der Grundstoffe für die Bildung der Hormone zur Steuerung des zellulären Calcium-Stoffwechsels.
Wenn wir mal davon ausgehen, dass die Hauptnahrung der von uns gehaltenen Garnelen pflanzlich ist gibt es das erste Problem:
Pflanzen enthalten kein D3 sondern nur D2. Und um das D2 in D3 umzuwandeln wird Sonnenlicht benötigt (eigentlich nur der UV-B Teil).
Somit lässt sich bei pflanzlicher Nahrung durch die UV Zusatzbeleuchtung der BEdarf an D3 leichter decken, was das Einlagern von Calcium in die Zellen erleichtert und somit evtl. auch als „Nebenwirkung“ die Pigmentierung verbessern kann.
Dass die Pigmente unter dem Panzer eingelagert sind, ist mir klar ;) Danke!
Zu einem gewissen Teil dient die Pigmentierung (wenn überhaupt vorhanden) sicher als UV-Schutz. Aber Krustentiere haben da im allgemeinen noch viele andere Mechanismen um sich vor zuviel schädlicher UV-Strahlung zu schützen.
Und zu der Magnesium und Calziumuntersuchung der Garnelen: 100g welcher Garnelen? Trocken oder frisch? Wenn es Speisegarnelen aus dem Meer sind, dann wär das ja wieder absolut nicht mit Tieren aus Süßwasser zu vergleichen.
Noch dazu kommt, dass mit Sicherheit der Großteil des Calcium und Magnesiums bei Garnelen und anderen Crustentieren verteilt auf alle Zellen ist und dort für die Zellphysiologischen Funktionen gebraucht wird. Also absolut nichts mit der Pigmentierung zu tun hat -> und darauf wollte ich in diesem Artikel auch nicht eingehen, weils nicht um weniger biochemie sondern rein um die Beleuchtung gehen sollte ;)
Noch kurz um Magnesium:
Ja, richtig, Magnesium wirkt hat eine gewisse direkte Wirkung auf die Muskulatur. Aber genau soviel (wennauch eine andere) wie Calcium auch, da beide Stoffe, zusammen mit Natrium und Calium, mitverantwortlich für die Kontraktionsfähigkei t der Muskelzellen sind.
Allerdings wirkt Magnesium, wie du eh gesagt hast, in hoher Dosierung relaxierend auf die Muskulatur (glatte und quer-gestreifte). Dies beruht auf einer Wirkung auf einen Rezeptor der neuromuskulären Endplatte (Acetylcholin). Und hier gibt Untersuchungen darüber, die belegen, dass Crustacae ähnlich zu Säugetieren die neuromuskuläre Erregung über Acetylcholin steuern. Also hat Magnesium hier mit Sicherheit die besagte relaxierende Wirkung auf Muskelzellen. Wie das ganze aber bei den Pigmentzellen aussieht kann ich leider nicht sagen.
Aber alles in allem kann wohl auch an einem Märchen einiges wahres dran sein ;)
Um Nachlesen gibts zu allen angesprochenen Themen einiges an Lektüre.
Z.B.
The physiology of crustacea: metabolism and growth, Academic Press
Invertebrate Zoology: Crustacea, ALfred Kaestner, Interscience, 1967
Biology of Crustacea: Integument, pigments, and hormonal processes, Academic Press
The Biology of Crustacea: Neurobiology: structure and function, Academic Press
Environmental adaptations, Academic Press
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uvm.